04.07. - 11.07.2018
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Irland - eine Reise auf die grüne Insel

1.Tag 04.07.2018

Idealerweise ging der Lufthansa Flug von Frankfurt nach Dublin schon am Morgen. Damit auch ein Stau auf der Autobahn kein Problem wird, traf sich unsere 22-Köpfige Reisegruppe allerdings schon um kurz vor sechs an der Schönbornhalle in Mingolsheim.

Die zwei Sprinter brachten und so nah wie möglich an das Terminal A und die wenigen Minuten Verspätung holte der Flugkapitän auf dem Weg wieder ein. Alle Koffer waren schnell da und so konnte unsere Reiseleiterin Sabine von Abbey Tours, uns pünktlich in Empfang nehmen.

Die herzliche Begrüßung war natürlich irisch und hieß so viel wie 1000 Mal Willkommen: Mile fàilte. Das klangvolle Gälisch ist auch auf den ganzen Hinweisschildern zu lesen.

Aber auch in den österreichischen Sprachgebrauch wurden wir eingeweiht, denn Sabine konnte ihre Herkunft aus Wien nicht verleugnen. So wies sie uns auf den „Mistkübel“ hin, wie der Abfalleimer in den Alpen heißt. Busfahrer Michael lud uns in seinen ganzen Stolz ein, einen fast nagelneuen Mercedes Benz Bus. Die Scheiben blitzten derart, dass es während der ganzen Reise möglich war auch während der Fahrt zu fotografieren.

Zunächst ging es in einer Rastanlage zum Mittagessen, wo es alles gab, was das Herz begehrte. Vom Burger bis zur Gemüsesuppe oder eben nur eine „pastry“ oder Scones mit Butter and Jam natürlich zum Kaffee. Allerdings erfuhren wir auch gleich, warum der Bus so glänzte, denn Essen und Trinken war im Bus, wo man nie auch nur einen einzigen Krümel finden konnte, streng verboten.

Dann ging es sogleich in das Herzstück der irischen Kultur: Clonmacnoise.

Erstaunt mussten wir feststellen, dass die grüne Insel in dieser Region streckenweise fast braun war. Seit vier Wochen war kein Tropfen Regen gefallen und da man Bewässerungssysteme normalerweise nicht braucht, sind diese auch nicht vorhanden.

Sabine erklärte uns schon allerlei Wissenswertes über die Insel und bereitete uns damit auch auf unsere erste Besichtigung vor.

Nach der Überlieferung wurde die Klosterstadt Clonmacnoise 545 durch den Heiligen Kieran (gälisch Ciarán) gegründet, der vielleicht einmal in einem väterlichen Karren vorbeikam und Gefallen an der Lage fand. Zwischen dem 7. und 12. Jahrhundert war die Abtei ein Zentrum der Gelehrsamkeit und Handwerkskunst. Clonmacnoise stand in der Gunst der O’Connordynastie und in der Abtei wurde im 12. Jahrhundert die letzten irischen Hochkönige zu Grabe getragen. Ein sehr informativer Film zeigte die Geschichte des nur mit einem Graben und einer Mauer abgegrenzten Areals in dem die Mönche – anders als die nach Plan angelegten Klöster – regellos ihre Häuser und Kirchen errichten konnten. Von den frühen Gebäuden aus Holz und Lehm findet man keine Spuren mehr. Seit dem 9. Jahrhundert wurde die Abtei immer wieder von Wikingern, Normannen und Iren selbst überfallen.

Wir bewunderten die drei Hochkreuze, die die Verwüstung überstanden hatten und im Visitor’s Centre ausgestellt sind. An Ort und Stelle wurden sie durch Repliken ersetzt.

Das Cros na Screapta (Das Kreuz der Schriften) ist am prächtigsten verziert und auch der Rundturm des Klosters ist erhalten. Die Kathedrale wurde nach dem großen Brand 1179, bei dem alle 106 Häuser und 13 Kirchen zerstört wurden, neu errichtet und später mehrfach erweitert. Natürlich testeten wir unter der Anleitung Sabines die besondere Akustik des Eingangsportals, die ein Flüstern von der einen Seite auf die andere Überträgt und hörten: „It`s a lovely day“ (Es ist ein wundervoller Tag). Dieser war allerdings fast schon zu schön, denn die ungewöhnliche Hitze von 32 Grad machte uns doch zu schaffen.

Es sind weniger die Ruinen selbst, als die Symbiose der verfallenen Gemäuer mit der Landschaft und die Lage am Shannon, die den Reiz des Ortes ausmachen. Normalerweise wirkt alles etwas mystisch, aber an diesem für Irland wirklich ungewöhnlich strahlenden Sommertag lag alles in der Sonne und wir konnten gar nicht aufhören, die steinernen Kreuze, die in den strahlend blauen Himmel ragten zu fotografieren.

Nach diesem ersten herrlichen Eindruck machten wir uns auf nach Limerick, wo wir das erste Quartier der Reise bezogen.

Das „The George Hotel“ war dann auch gleich so richtig typisch irisch. Nach einer Dusche ging es zum Abendessen, wo im italienischen Restaurant das Dinner serviert wurde. Gleich konnte man sich an die Gepflogenheit gewöhnen, das Getränk an der Bar zu holen, da in Irland sonst die Gefahr besteht, dass man den Durst erst mit dem Nachtisch stillen kann. Das erste Guinness und oder half pint Kilkenny schmeckte nach einem so langen Tag besonders gut.

Das Dinner – Chicken oder Fish – war sehr lecker und wurde schon mit den mashed potatoes serviert, der Lieblingsbeilage der Iren, die uns als „running gag“ nun auf der Reise begleiten sollten.

Einige machten sich auf einen Rundgang zum Shannon auf. Limerick haftet zwar der Ruf des langsamen Verfalls an, den es aber langsam abschüttelt. Aber es war interessant, diese Stadt zu sehen, die auch ein Kontrast zu den pittoresken Kleinstädten ist, die man später auf der Reise sieht. Sabine hatte allen das Buch „Die Asche meiner Mutter“ nahe gelegt, welches hier spielt.

Nach einem langen anstrengenden Tag, der so früh begonnen hatte, ließen die meisten den Abend in einem der beiden Pubs ausklingen, die sich auf der anderen Straßenseite befanden und die nicht typischer hätten sein können. Mit einem letzten Guinness oder einen Glas Whiskey nahm der erste Tag ein gemütliches Ende.

2. Tag 05.07.2018

Nach dem ersten irischen Frühstück, bei dem man sich mit Rührei, Speck und Bohnen gleich an die Landesgewohnheiten einstimmen konnte, ging es frisch gestärkt zu einem weiteren Höhepunkt der Reise.

Eingestimmt von einem irischen Segen, standen die „Cliffs of Moher“ auf dem Programm. Über 200 Meter stürzen sich die Klippen senkrecht in die Brandung und zählen zu den meistbesuchten Naturwundern an der Küste. Ihren höchsten Punkt hat die Felswand mit 230 m am O´Briens Tower, im 19. Jahrhundert von einem exzentrischen Landlord als Aussichtsturm für seine Gäste gebaut. Nach einigen Touristenstürzen, muss man zwar nun etwas Abstand nehmen, aber dafür muss man auch nicht mehr schwindelfrei sein, um die „Cliffs“ genießen zu können. Dazu war reichlich Zeit und man konnten auch in den kleinen Buden bummeln, die überall irische Mitbringsel anboten.

Das Mittagessen wurde in dem urigen Pub „Donnogue“ eingenommen, der schon in Eingangsbereich mit hunderten von ausländischen Geldscheinen dekoriert, sehenswert war. Nicht wenige nutzten die Gelegenheit, die ersten „Fish & Chips“ zu essen, die sehr lecker waren oder die „Clam Chowder“, die, dick und cremig, lange sättigt und die man unbedingt gekostet haben musste.

Ein Muss ist natürlich auch die hellgraue Karstlandschaft , die man als Kulisse für Wildwestfilme kennt. Der Burren wurde von einem Cromwellschen Heerführer so beschrieben: „Kein Wasser zum Ertränken, kein Baum zum Hängen und keine Erde zum Begraben“.

Obwohl keine Zeit zum Wandern blieb, bekam man einen intensiven Eindruck von dieser einzigartigen Landschaft. Immer wieder wurden Fotostopps eingelegt und Sabine erzählte über Land und Leute. Landessitten, das Schulsystem und die Geschichte wurde beleuchtet.

Galway ist mit 80.000 Einwohnern die größte Stadt des irischen Westens und von Rae Galway mit seinem Song Galway Girl besungen in aller Ohren. Im Sommer treffen sich hier Iren mit Urlaubern aus der ganzen Welt und die Musikanten und Gaukler geben dem Straßenbild ein fast schon südländisches Flair. Enge Gassen, alte Steinhäuser und hölzerne Ladenfronten bestimmen das Stadtbild und so sind hier nicht einzelne Sehenswürdigkeiten hervorzuheben, sondern man konnten sich einfach treiben lassen. Galways Stärke ist sein intaktes Altstadtensemble, das noch Wohnen, Einkaufen und Vergnügen unter einen Hut bringt. Natürlich fand auch das beliebteste Mitbringsel bei den Damen seine Liebhaber. Der Claddagh-Ring ist ein Fingerring, der zwei Hände zeigt, die ein Herz und eine Krone zeigen. Das Herz symbolisiert Liebe, die Hände Freundschaft und Vertrauen und die Krone Treue und Loyalität. Wird er an der rechten Hand getragen und die Herzspitze weist vom Träger weg, signalisiert er die Suche nach einem Partner. Rechts getragen, mit dem Herzen zum Träger weisend, zeigt man, dass bereits eine Liebesverbindung besteht.

Nach diesem ereignisreichen Tag ging es wieder zurück ins „George Hotel“, wo das gemeinsame Abendessen eingenommen wurde und dann zog es die meisten noch ins Pub. Dort haben wir bei uriger Life-Music, die einfach dazu gehört und in Irland selbst übrigens gar nicht Folkmusic sondern traditional heißt, und bei Guinness und Whiskey den Tag ausklingen lassen. Eifrig wurden von einigen immer witzigere Limericks gedichtet, denn diesen Fünfzeilern gab die Stadt ja ihren Namen.

3. Tag 06.07.2018

Dieser Tag begann gleich mit einem Halt im malerischen Dorf Adare. Die Ansiedlung, die nahe dem Maigue River liegt, mit reetgedeckten Häusern entlang der Hauptstraße um die Burg und das Anwesen Adare Manor des Earl of Dunraven.

Im Garten der Anlage des im neogotischen Stil errichteten Herrenhauses das Earl of Dunraven befinden sich fünf Oghamsteine. Besonders sehenswert sind jedoch auch die typischen Cottages. Dann konnte man sich im Torf-Dorf Kerry Bog Village, in dem die unterschiedlichen Häuser des 19. Jahrhunderts aufgestellt wurden, einen guten Eindruck verschaffen, wie es im alten Irland aussah. Ein Zigeunerwagen vermittelt, wie schwierig die Bedingungen für das fahrende Volk waren. Auch einen richtig guten „Irish Coffee“ gab es hier und heute liegt nicht mehr der stechende Geruch des Torfes in der Luft.

Der südlichste Teil des Ring of Kerry ist der interessantere und schönere und daher wurde hier die Mittagspause im kleinen Ort Waterville eingelegt. Empfangen wurde die Gruppe von einer Gaukler- und Musikantengruppe, die von allen fotografiert wurde.

Direkt an der Küste steht eine Statue, die man nicht vermutet hätte und die am Hut, Stöckchen und Entenschuhen unschwer als Charlie Chaplin zu erkennen ist. Obwohl es keine direkte Verbindung gibt, haben die Stadtväter das Denkmal errichten lassen, weil sowohl Chaplin als auch Walt Disney einmal hier waren.

Die Gegend des Rings ist einfach toll anzusehen und genauso wie man sich Irland vorstellt. Vom Coomakista Pass hat man einen fantastischen Blick über die felsige Küste. Auf dem Weg liegt auch das herrschaftliche Derrynane House, das dem irischen Politiker Daniel O’Donnel gewidmet ist.

Ein ganz besonderes Erlebnis hatte Sabine mit dem Besuch bei einem Schäfer möglich gemacht, der sehr eindrucksvoll den Einsatz der Schäferhunde demonstrierte. Bei der Show zeigte er die verschiedenen Schafstypen mit teils ungewöhnlichen Hörnern und wie die Hunde trainiert werden. Wissenswert war, dass die Hunde auf einer unterschiedlichen Tonebene hören.

Ein fantastischer Abschluss des Tages war der Gang durch den Nationalpark, der zu dem Herrenhaus „Muckross House“ gehört. Das Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert beeindruckt allein durch seine Größe. Nicht zu vergessen, dass auch ein Aufenthalt im 10.000 Seelenort Killarney auf dem Programm stand, der zu den am meistbesuchten Orten in Irland gehört. Ganz besonders die atemberaubende Landschaft um diesen Ort macht dessen Beliebtheit aus.

Am Abend kam man reichlich Müde am Hotel „Manor West“ an, wo man den Tag beim gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen konnte.

4. Tag 07.07.2018

Der 7.Juli war dann ein ganz besonderer Tag, denn mit Anneliese durften wir ihr 80. Wiegenfest feiern. Obwohl nicht ganz so viele Kerzen auf den Kuchen passten, wurde er mit einem strahlenden Lächeln vom Chef des Services überreicht, der auch für passende Ballons gesorgt hatte. Christa verlas ein Gedicht, das sie dem Geburtskind auf den Leib geschrieben hatte. Da Anneliese ein langjähriges „Familienmitglied“ der First-Reisenden ist, hatte ihr Wolfgang Heinzmann ein Fotobuch zusammengestellt, das von Namibia über Brasilien und Südengland die vielen Touren zeigte, bei denen sie dabei war. Eine ganz besondere Erinnerung an der die Gruppe lebhaft teilnahm. Auch fand sich der ein oder andere in dem schönen Album wieder.

An diesem Tag stand dann auch nicht weniger als der Rund 30 km lange, kurvenreiche Slea Head Drive entlang der wilden, spektakulären Westküste der Dingle Peninsula auf dem Programm. Die Route ist nicht nur mit atemberaubenden Aussichten gespickt, sondern bietet mit seinen Forts, Steinkreisen und Beehives Huts auch einen Einblick in die Geschichte Irlands.

Natürlich durfte die Gruppe auch einen Strandspaziergang am Inch Beach machen, denn hier wurde 1970 das monumentale Melodram „Ryans Daughter“ gedreht, das vor dem Hintergrund des irischen Freiheitskampfes im Jahre 1916 vor der Kulisse großartiger Landschaftsaufnahmen spielt .

Absolut sehenswert ist das Gallus Oratorium, das wie ein umgedrehtes Boot aussieht und Irlands größtes Gebäude mit Kragengewölbe ist. Unklar ist, wann es erbaut wurde und zu welchem Zweck es diente. Aber die Klarheit und Einfachheit der Bauweise beeindruckt noch heute. Interessant waren auch die Vorführungen im Besucherzentrum.

Einfach wunderbar war es durch den 2.000 Einwohnerort Dingle-Town auf der gleichnamigen Peninsula zu schlendern, direkt an einer Meeresbucht des Atlantiks gelegen. Wir genossen die vielen Restaurants und Pubs, von denen das Dick Mack’s das bekannteste und gleichzeitig auch eine Schusterwerkstatt ist, wodurch sich Leder und Kneipengeruch verbinden.

Nachdem Sabine sich wirklich alle Mühe gegeben hatte, die Gruppe zu einem Ausflug zum Fungie zu überreden – dem bekannten Delphin in der Dingle-Bay – von dem sie ein bekennender Fan ist, wollten fast alle einfach nur die Seele baumeln lassen und das Treiben in dem belebten Ort genießen.

Am Abend gab es einen ganz besonderen Höhepunkt, denn Sabine war es gelungen, Karten für das Siamsa Tire National Folk Theater zu ergattern. Hier bekam die Gruppe nach dem Abendessen irischen Stepptanz und Musik vom Feinsten geboten und nicht nur die, die sich das gewünscht hatten, kamen hier absolut auf ihre Kosten. Irland und die Musik gehören einfach zusammen.

Im Hotel hatte man übrigens zu Nachtisch noch einmal Schokotorte vorbereitet und Anneliese bedankte sich bei der ganzen Gruppe für den schönen Tag, indem sie eine Runde ausgab.

5. Tag 08.07.2018

Am Morgen wurde das 25 km von Cork entfernte Kinsale mit seinen gerade einmal 4099 Einwohnern angefahren, das über einen wichtigen Yachthafen verfügt. Hier konnte man einen Bummel, vor allem auch durch die vielen schönen kleinen Geschäfte, machen und zum Lunch gab es ein große Auswahl an Restaurants. Aber vorher gab es erst einen leckeren Irish Coffee – natürlich stilecht mit Paddy Whiskey – der im Garten des Kinsalehotels eingenommen wurde. Einfach ein köstliches Getränk, das man probiert haben muss.

Das malerische Küstenstädtchen besitzt ein ganz besonderes Flair und wird als ganz besondere Perle in der Grafschaft Kerry gesehen. Hier wird übrigens vorrangig gälisch gesprochen. Die Häuserfassaden erstrahlen in allen Gassen und Straßenzügen in leuchtenden Farben. Der Besuch des Ortes war ein Höhepunkt des Tages.

Immer wieder erzählte Sabine von der Insel und wir erfuhren viel von der Mentalität der Iren. „Mañana“ heißt morgen sagen die Spanier, oder auch bald oder irgendwann. Nein, etwas derart Dringliches gibt es bei uns nicht. Trefflicher kann man nicht beschreiben, warum die Iren alles etwas lockerer sehen und die Fröhlichkeit trotz der schweren Geschichte nie vergessen haben.

Mit vielen Zwischenstopps entlang der bergigen Westküste Irlands, die inzwischen auch richtig grün geworden war, fuhren wir Richtung Cork.

Hier erkundeten wir die zweitgrößte Stadt der Republik mit seiner viktorianischen Architektur. Die Stadt erscheint nicht typisch und wurde mehrfach grundsaniert. Die Innenstadt liegt auf einer Insel im Fluss Lee. Früher war Cork mit vielen Kanälen durchzogen, wodurch sie oft mit Amsterdam verglichen wurden. Da diese zugeschüttet wurden, erinnern nun nur noch die vielen Brücken daran. Historischer Mittelpunkt ist die Grand Parade, ein Boulevard und die St. Patrick’s Street mit ihren vielen Geschäften, die fußgängerfreundlich gestaltet wurde.

Die St. Fin Barre’s Cathedral zählt zu den schönsten Kathedralen des Landes, obwohl sie aus dem 19. Jahrhundert stammt. Das neogotische Gebäude ist innen außergewöhnlich reich ausgestattet, mit Marmormosaiken, zahlreichen Figuren und prächtigen Buntglasfenstern. Nach diesem aufregenden Tag, verbrachten wir die Nacht im Anner Hotel in Tipperary. Nach dem Abendessen und einem Absacker in der Bar fielen die meisten müde ins Bett. Wer allerdings noch in den Ort lief, konnte im Pub die typisch irische Gastfreundschaft erleben.

06. Tag 09.07.2018

Inmitten einer weiten Ebene ragt unvermittelt ein Felsen monolithisch in die Höhe, der einen einzigartigen Mischmasch kirchlicher Gebäude trägt. In grauer Vorzeit soll er Schlafplatz der Feen gewesen sein, später über Jahrhunderte Sitz der Könige von Munster. Wir besichtigten diesen malerisch gelegenen „Rock of Cashel“ und bewunderten bei einer Führung die Cormac’s Chapel, das älteste vollständig erhaltene Bauwerk auf dem Felsen und die erste romanische Kirche in Irland.

Im 13. Jahrhundert begann man mit dem Bau der gotischen Kathedrale, da sich die Chapel als zu klein für die bischöflichen Angelegenheiten erwiesen hatte. Zwei Jahrhunderte später entstand an der Westseite der Kathedrale die zinnenbewehrte Bichofsburg, die in den Kirchenbau integriert wurde. Der Eingang zum gesamten Komplex führt heute durch die Hall of Vicars’ Choral.

Nach der Besichtigung des stark verwitterten St. Patricks Cross aus dem 12. Jahrhundert und vielen Fotos machten wir uns auf den Weg nach Tullamore, um uns mit der Welt des Whiskeys zu beschäftigen.

Im Restaurant auf dem Gelände der ursprünglichen Tullamore Dew Brennerei, wo sich heute das Heritage Center und ein Museum befinden, aßen wir sehr gut zu Mittag. Ausnahmsweise drinnen, denn dass wir die ganze Reise über draußen zu Mittag essen konnten, war einfach herrlich. Die Iren rühmen sich gerne damit, den Whiskey erfunden zu haben und viel spricht dafür, dass das auch stimmt. Immerhin befindet sich die älteste lizenzierte Whiskeybrennerei der Welt aus dem Jahre 1608 in Irland.

Die Geschichtsbücher berichten, dass keltische Mönche die Herstellung vom destilliertem Malzbräu über Irland nach Schottland gebracht haben. Ähnlich wie in Schottland und Amerika gab es auch in Irland zunächst viele kleine private Brennereien, die etwaige Überschüsse der Getreideproduktion durch Destillation haltbar machten. Als restliche Zutaten verwendete man Weizen oder Mais, der aus den USA importiert wurden. Der irische blendet Whiskey war geboren.

Wir besuchten die älteste Destillerie Irlands und der Welt – die Old Kilbeggan Destillery. Sie wurde im Jahr 1757 von der Familie Mac Manus gegründet und liegt im gleichnamigen Städtchen, direkt am Ufer des Flusses Brusna. Einst wurde sie wurde aus den Überresten eines Zisterzienzerklosters gegründet, weil es an diesem Standort alles gab um guten Whiskey zu brennen. Nach langen Jahren der Schließung öffnete sie 2007 wieder und die Gruppe wurde bei einer interessanten Führung in der historischen Anlage in die Geheimnisse des Brennens und des Whiskeys überhaupt eingeweiht. Anschließend durften wir natürlich einen Whiskey verkosten und als Erinnerung sogar das Glas mitnehmen. An diesem Abend ging es dann in das Moyvalley Hotel & Golf Resort im County Kildare.

Die Unterkunft ist eine auf einem 550 Acre großen Grundstück gelegene Anlage, die zu den führenden Luxusresorts Irlands gehört. Hier konnte die Gruppe sich von dem anstrengenden Besichtigungsprogramm im ländlichen Kildare erholen. Schließlich sollte die letzte Nacht, mit dem aufregenden Nachtleben in Dublin kurz werden.

7. Tag 10.07.2018

Am nächsten Tag übernahm Noel den Bus, da sich Michael am Vorabend mit viel Applaus für ein sichere Fahrt verabschiedet hatte und sorgte dafür, dass wir sicher in Dublin ankamen.

Der letzte Tag gehörte dann ganz der Hauptstadt. Wie in einem der roten Hop-On-Hop-Off Busse, die ebenfalls ein beliebtes Fotomotiv waren, ging es zu den Sehenswürdigkeiten.

Ins Auge fiel gleich die 120 m lange und 48 Meter hohe Schrägseil-Brücke Samuel Becket Bridge, die wie eine Harfe aussieht und mit dem blauen Himmel einfach sagenhaft aussah. Aber auch die Ha’lf a Penn Bridge, die besonders nachts beleuchtet romantisch aussieht.

Ein neues Wahrzeichen ist der 2003 errichtet Spire. Eine 123 Meter hohe Säule aus Edelstahl, den die Einheimischen den größten Zahnstocher der Welt nennen. Natürlich ging es auch zu den Doors of Dublin der prächtigen gregorianischen Gebäude, die in ihren vielen Farben ebenfalls ein fotogenes Wahrzeichen sind. Die Geschichte dahinter ist einfach. Die gregorianische Architektur hatte strenge Richtlinien und alle Gebäude sahen gleich aus. Die Einwohner begannen ihre Türen individuell zu gestalten, zum Beispiel mit Farbe. Keine gleicht der anderen und prächtigen Ornamenten ausgestattet, sahen sie prachtvoll aus.

Nach einigen Guiness mag man aber auch eine andere Geschichte glauben. So konnte jeder seine Tür besser finden, wenn es doch etwas zu viel Alkohol war.

Die vielen Kirchen und die Prachtstraßen entlang des Flusses Liffey waren sehr sehenswert. Auch das Trinity College und die St. Patricks Cathedral sahen wir. Ein Rundgang durch den Phoenix Park, den größten in Dublin schloss sich an.

Das Mittagessen nahmen wir dann schon im Pubviertel rund um die berühmte Templebar ein. Im Hard Rock Café wurden die T-Shirts erstanden, die weltweit eines der beliebtesten Mitbringsel sind.

Untergebracht waren wir in einem neuen Hotel der Luxusklasse, dem „Gresham“, das in zentralster Lage an der O‘Connell Street liegt und als RIU Plaza das angenehme Ambiente der bei Urlaubern so beliebten Hotelkette hat. Schon die Eingangshalle war beeindruckend. Bevor wir dort mit dem letzten Abendessen verwöhnt wurden, das freundliche Personal servierte Lamm, nutzten einige die Zeit zu einem Abstecher alleine in das nahe Zentrum.

Danach dann ging es in das Nachtleben Dublins, für das die Stadt zurecht bekannt ist.

Live Musik überall – entsprechend schwer ist es zu entscheiden, wo man hineingeht, denn die Stimmung ist überall gut und ausgelassen. Nachtschwärmer aus der ganzen Welt sind unterwegs und bei dem guten Wetter konnte man Guiness, Ale oder auch einen Whiskey auf der Strasse genießen.

8. Tag 11.07.2018

Am nächsten Tag brachte uns Noel nach einem leckeren letzten irischen Frühstück an den Flughafen. Sabine hatte sich schon am Vorabend von der Gruppe verabschiedet, da sie schon am Morgen unsere Nachfolger im Hotel übernahm. Sie war eine einfach tolle Reiseleiterin, darin waren sich alle einig, die uns sehr viel von dieser traumhaft schönen Insel vermittelte und uns Land und Leute vorstellte. Ein schönes Gefühl bekam man auch von der Lebenseinstellung der Iren mit dem Spruch: „Isn’t it a lovely day“ (Ist das nicht ein wunderbarer Tag heute) und das auch, wenn es fast nur geregnet hatte und sich der erste Sonnenstrahl zeigte. An diesem Morgen zeigte sich der Himmel verhangen und das Wetter präsentierte sich zum Schluss so, wie der irische Sommer normal ist. Der Reiseleiter erzählte uns auf dem Flughafen noch einiges, auch was ihn dazu brachte, hier zu bleiben und von der IT-Branche zu wechseln. Auf jeden Fall ist immer „A lovely day for a Guinness“ und wer es tatsächlich nicht geschafft hatte, während der Woche das irische Nationalgetränk zu kosten, konnte dies am Flughafen noch ganz schnell nachholen. Nach einer letzten Shoppingrunde ging es dann auch schon fast ganz pünktlich mit der Lufthansa nach Hause. Dort wurden wir vom Transferdienst in Empfang genommen und an der Schönbornhalle von unseren Familien. Ein schönes Mitbringsel der Reise ist bestimmt auch die irischen Art „Gesundheit“ zu sagen, wenn jemand niest. „Problem gelöst“ hieß es immer wieder, wenn es jemand in der Nase juckte.